Tipps zu körpergerechtem Arbeiten
Körpergerecht Arbeiten hängt nicht nur von der Aufgabenstellung und den Arbeitsbedingungen, sondern auch von der Bewegungsqualität und dem aktuellen Konditionszustand ab.
Auf dieser Seite erhalten Sie einen ersten Überblick, wo Sie und wie Sie ansetzen können, um Beschwerden im Bewegungs- und Stützapparat zu vermeiden.
Arbeitsplatz
Körpernah Arbeiten
Kürzere Griffe zu Werkzeugen, Materialien und Zubehör bedeuten weniger Belastung für Arme, Schultern und Rücken….
Last verteilen
Beim Tragen über kurze Strecken: 50 : 50
Beim Tragen über längere Strecken: 5 : 3
- Vorteil: der Seitenwechsel des Lasten bewirkt auch einen Belastungswechsel
Leichte Lasten einarmig tragen
- Der freie Arm dient als Pendel um die Rotationsimpulse, die jeder Schritt bewirkt, aufzulösen….
Rollen statt tragen
Tragen schwerer Gegenstände stellt eine Belastung für Hände, Arme und Rücken dar.
Beim Tragen ist auch die Verletzungsgefahr bei Stolpern oder Ausrutschen ungleich höher.
Verwenden Sie daher Karren, Handkarren und Förderbänder, anstatt Gegenstände zu tragen….
Alles, was weniger als 40 cm vom Boden entfernt liegt, liegt falsch.
Das Heben vom Boden verdoppelt das Risiko von Rückenverletzungen im Vergleich zum Heben auf Taillenhöhe.
Um tiefer als auf „Bierkistenhöhe“ zu greifen, müssen wir entweder den Rücken rund machen oder (und) die Knie mehr als 90° abwinkeln. Muß dabei die Hüfte stark gebeugt werden, kippt das Kreuz automatisch in eine Kyphose, also Rundrückenhaltung….
Arbeitshöhe an die Aufgabe anpassen
Bei Arbeiten mit höherem Kraftaufwand verrichten Sie diese unter Ellenbogenhöhe
Bei Arbeiten mit geringerem Kraftaufwand unter höherem Sehaufwand hingegen ein wenig über Ellbogenhöhe.
Möglichst nicht über Schulterhoch arbeiten
Bereits das Anheben der Arme auf 60° bedeutet bereits einen Mehraufwand.
Bei über Schulter hohem Arbeiten ermüden die Schulter-Nacken-Partie noch schneller….
Drücken statt ziehen ?
Beim Drücken (Schieben) können Körpergewicht und größere Muskeln verwenden, um eine Last zu bewegen.
Das dem Heben verwandtere Ziehen hingegen verringert den Reibungswiderstand. Deshalb ist bei weichem oder tiefen Boden ziehen besser als schieben….
Kraft kommt aus den Beinen
Durchgestreckte Beine können beim Heben nicht eingesetzt werden.
Der Krafteinsatz muss aus den (schwächeren) Armen erfolgen, oft notwendigerweise mit Unterstützung des Rumpfes….
Ergonomisches Grundprinzip
Die Wirbelsäule hat die Aufgabe (in Gelenksmittelstellung) die Kraft der Beine auf die Arme zu übertragen.
Hände und Arme
Handgelenke gerade halten
Sehnen und Bänder werden geschont bei gleichzeitig höherer Griffkraft….
Greifen, nicht kneifen
Das Greifen mit der ganzen Hand verwendet stärkere Muskeln als das Kneifen mit den Fingern. Dies bedeutet weniger Belastung für Ihre Hände und Finger…
Ergonomisches Grundprinzip
Große Muskelgruppen sind belastbarer (kräftiger und ermüden weniger schnell).
Vibrationsarme Handwerkzeuge verwenden
Das reduziert einerseits den Kraftaufwand und das Überlastungsrisiko und erleichtert Arbeiten mit Koordinations- und Präzisionsaufwand….
Schulter/Nacken
Brustbein hoch
Ein vorgeschobener Kopf kann das Ergebnis von Muskeldysbalancen (verkürzte Brustmuskeln, schwache Hals- und Rückenmuskeln) sein.
Es kann aber auch das Ergebnis unserer Bemühungen sein, etwas besser sehen zu wollen. Unwillkürlich schiebt man den Kopf vor. Dabei kippt der Kopf in den Nacken und der obere Rückenbereich wird rund.
„Brust raus“ bringt uns ins Hohlkreuz. Korrekter ist es, zum Beispiel auch beim Nachvornegreifen mit dem Brustbein nach oben zu ziehen….
Abwechslung tut gut
Sich lange Zeit immer wieder auf die gleiche Weise zu bewegen bzw. sich nicht zu bewegen, kann zu Müdigkeit, Fehlern (und Verletzungen) und Überbelastungen führen.
Arbeiten „auch mit links“ geht auch mit einem Wechsel der beteiligten Muskelschlingen bzw. mit Gewichtsverlagerung einher.
